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In Mainz geht es ohne Kohlekraftwerk!
NUTZEN SIE IHRE VERBRAUCHERMACHT -
Liebe Freunde, Förderer und Mitglieder, Wenngleich das Jahr 2010 in Sachen Energiepolitik von der Rolle rückwärts in Sachen Atompolitik geprägt war und sich viele von uns auf Anti-Atom Demos in Biblis, Berlin oder einfach montags in Mainz wiedergetroffen haben, wollen wir doch nicht vergessen, dass wenigstens in Sachen Kohlekraftwerkspläne die erhoffte Wende zum Besseren erfolgt ist. Nicht nur in Mainz, sondern auch andernorts zerbröselten zahlreiche Kraftwerksplanungen in den Händen der Befürworter. Wilhelmshaven, Düsseldorf, Brunsbüttel, um nur ein paar zu nennen. Und auch in Datteln hat Eon vor Gericht eine empfindliche Schlappe erhalten und das Projekt ist fragwürdiger denn je. Mittlerweile dürften sich jene, die gerade noch neue Kohlekraftwerke im Bau haben, ernsthafte Sorgen um ihr Geld machen. Wenn die Verantwortlichen der KMW ehrlich sind, werden sie in ruhigen Minuten vielleicht sogar schon denken: „Gut, dass wir noch die Reißleine gezogen haben.“ Medienberichten zufolge prüft die KMW nun den Bau eines zweiten, hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD), das im Mittel- und Spitzenlastbereich, also perspektivisch in jenen Zeiträumen, in denen erneuerbare Energien die Stromversorgung (noch) nicht alleine stemmen können, betrieben werden soll. Der Bau eines solchen Kraftwerkes, wie es schon auf der Ingelheimer Aue steht, würde die uneingeschränkte Unterstützung von KoMa haben. Es wäre nicht nur deutlich klimafreundlicher als das ursprünglich geplante Kohlekraftwerk, sondern vor allem eine sinnvolle Ergänzung zum schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien, denen die Zukunft gehört. Ein GuD-Kraftwerk anstelle des Kohlekraftwerks zu bauen war immer eine der zentralen Forderungen von KoMa. Bezeichnenderweise kam es erst auf Drängen der Kraftwerksgegner, vor allem des Bündnis Mainz-Wiesbaden, zum „Ruhenlassen“ des Verfahrens. Erst nachdem die Kläger, die Stadt Wiesbaden, der BUND sowie mehrere Privatkläger, beim Oberverwaltungsgericht Koblenz das „Ruhenlassen“ des Verfahrens beantragten, haben die Verantwortlichen bei der KMW dem schließlich zugestimmt. „Ruhenlassen“ bedeutet, dass in dem laufenden Verfahren keine weiteren Gerichts- oder sonstigen Aktivitäten zustande kommen. Kosten, die im Falle der Klägerin Stadt Wiesbaden mittels Steuergeldern beglichen würden. Erst durch den dadurch möglichen öffentlichen Druck hat der Aufsichtsrat der KMW sich zum Einlenken gezwungen gesehen und somit dem Anliegen der Kläger auch auf Anraten des Gerichtes zugestimmt. Von Einsicht zeugt das nicht! Rein juristisch aber ist der jetzige Status jederzeit wieder änderbar. Das Verfahren kann von jedem der drei Beteiligten (SGD-Süd, Kläger, KMW) wieder aufgenommen werden und geht dann seinen normalen Gang vor Gericht weiter. Zwar ist, auch vor dem Hintergrund, dass die Mainzer Koalition sowie die Opposition das Kohlekraftwerk einhellig ablehnen, das Projekt als sehr unwahrscheinlich anzusehen, leider kann sich aber darauf niemand endgültig ausruhen. Politische Konstellationen und Meinungen sind kurzlebig und eine Umkehr des schwarz-gelben Ausstiegs aus dem Atomausstieg könnte das ein oder andere Kohlekraftwerksprojekt hoffen lassen. Umso wichtiger ist es, dass Koma auch im Jahr 2011 gewohnt wachsam und motiviert bleibt und weiterhin kritisch hinterfragt, was bei der KMW und im Rathaus passiert. Wir wollen Präsenz zeigen und allen Beteiligten klar machen, dass jedes gedankliche Aufleben der Kraftwerkspläne auf sofortigen Widerstand treffen würde. Wir wollen die Pläne zu dem neuen Gas- und Dampfkraftwerk mitverfolgen (und auch unterstützen), denn wir glauben, dass erst damit das Schreckgespenst eines Kohlekraftwerks auf der Ingelheimer Aue gebannt ist. Dafür sind wir auf Eure bzw. Ihre Unterstützung angewiesen, ohne die all das bisher Erreichte gar nicht möglich gewesen wäre!
Euer/ Ihr KoMa-Vorstand
SGD Süd hebt Sofortvollzug aufNeustadt an der Weinstraße/Mainz, 30.10.2009 "Die sofortige Vollziehung des immissions-schutzrechtlichen Vorbescheids, der ersten Teilgenehmigung sowie der wasserrechtlichen Erlaubnisse wird aufgehoben" Lesen Sie die Pressemitteilung der Genehmigungsbehörde im vollen Wortlaut Die Pressemitteilung von KoMa finden Sie hier ![]() Erdrutsch bei Kohlekraftwerks-Planungen
Mainz in guter Gesellschaft
Mainz, 15.10.2009. Immer mehr Kohlekraftwerks-Planungen in Deutschland geraten aus Vier Kohlekraftwerke in Emden, North Ayrshire, Hunterston und Kingsnorth gestoppt
Mainzer Kohlekraftwerk ausgebremst
KoMa wird Druck hoch halten
Mainz, 28.9.2009. Der Bau des Mainzer Kohlekraftwerks ist, wenn auch nicht endgültig vom Tisch, so doch für zunächst einige Jahre ausgebremst. Dies ist nach Einschätzung der Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) ein wichtiger Teilerfolg der Kraftwerksgegner. Gleichwohl kündigt KoMa an, den Kampf gegen das Kohlekraftwerk fortzusetzen, bis die Kohlepläne endgültig beendet sind. Das ist für KoMa erst dann der Fall, wenn die KMW vor Gericht unterlegen ist, oder aber freiwillig den erteilten Vorbescheid zurück gibt.
KMW sollte kein zweites Datteln riskieren
KoMa: „Wir kämpfen auch noch drei weitere Jahre“
Mainz, 27.9.2009. Die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) warnt die KMW im Vorfeld der morgigen Aufsichtsratssitzung eindringlich davor, ihr Kohlekraftwerks-Projekt fortzusetzen. Unabhängig von der schwierigen bis unmöglichen Finanzierung sieht KoMa vor allem im Genehmigungsverfahren weitere unüberwindbare Hürden auf die KMW zukommen.
Lesen Sie hier die Pressemitteilung Mainzer Direktkandidaten lehnen Kohlekraftwerk ab
FDP-Kandidat Brüderle antwortet nicht
Mainz, 21.9.2009. Die Mainzer Direktkandidaten für die Bundestagswahl lehnen den Bau des in Mainz geplanten Kohlekraftwerks ab. Dies ist das Ergebnis einer Befragung durch die Bürgerinitiative Kohlefreies Mainz (KoMa) im Vorfeld der Bundestagswahl. Einzig FDP-Kandidat Rainer Brüderle verweigerte die Beantwortung der Fragen und meidet so eine klare Positionierung in Sachen Kohlekraft. Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung Und so haben die Bundestags-Direktkandidaten geantwortet Studie zur Wirtschaftlichkeit von Kohlekraftwerken vorgestellt Forschungsinstitut rät vom Bau des Mainzer Kohlekraftwerks wegen wirtschaftlicher Risiken ab Mainz, 28.05. Auf Einladung der Klima-Allianz wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz eine von der 'Initiative der WirtschaftswissenschaftlerInnen gegen das Kohlekraftwerk Mainz' beim arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik in Auftrag gegebene Studie vorgestellt. Hierin werden die wirtschaftlichen Perspektiven neuer Kohlekraftwerke untersucht und die wirtschaftlichen Konsequenzen für das in Mainz geplante Großkraftwerk der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) aufgezeigt. „Die Erlöse aus dem Kraftwerk hängen in erster Linie vom Strompreis an der Börse und der Nutzungsdauer des Kraftwerks ab. Sie müssen hoch genug sein, damit die KMW nicht nur die laufenden Kosten für Kohle und CO2-Emissionsrechte hereinholen kann, sondern auch die Investitionskosten von mindestens 1,3 Mrd. Euro,“ erklärt der Geschäftsführer des arrhenius Instituts Dr. Helmuth-M. Groscurth. In der Studie wird daher genau erläutert, welche Strompreisentwicklungen zu erwarten sind. Daneben
wird die Kostenseite analysiert. Dabei kristallisieren sich vier Hauptrisiken heraus:
Erlösrisiken:
1. Die Vielzahl der im Bau oder in Planung befindlichen Kraftwerke werden die Preise an der Strombörse unter Druck setzen und damit erlösmindernd für die KMW wirken. Hinzu kommt der ebenfalls preisdrückende Ausbau von Sonnen- und Windenergie, mit denen Strom zu vernachlässigbaren laufenden Kosten erzeugt werden kann.
2. Mittel- bis langfristig wird sich die Auslastung fossiler Kraftwerke in Folge des wachsenden Marktanteils erneuerbarer Energien verringern. Davon wird die Erlösseite von Kohlekraftwerken negativ betroffen, zumal Kohlekraftwerke für eine zeitlich flexible Fahrweise wenig geeignet sind. Kostenrisiken:
3. Nach Überwindung der weltweiten Wirtschaftskrise werden die Brennstoffpreise wieder anziehen. Globale Entwicklungen machen es nicht unwahrscheinlich, dass der Kohlepreis stärker als der Gaspreis steigen wird, wie in den Jahren 2007/ 2008.
4. Die größte wirtschaftliche Bedrohung für das Kohlekraftwerk ergibt sich jedoch daraus, dass die Preise für CO2-Emissionsrechte – gerade wegen des Baus neuer Kohlekraftwerke – mittel- bis langfristig ansteigen werden, wenn die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden sollen. „Momentan werden durchschnittlich 600 Gramm CO2 je erzeugter Kilowattstunde ausgestoßen. Dieser Wert muss bis 2020 auf etwa 450 g/kWh sinken, damit der Stromsektor den Klimaschutzvorgaben gerecht wird,“ so der Energieexperte Groscurth. Da dies von den Stromerzeugern aber nicht geschafft wird, werden die Emissionsrechte knapp. Als Folge wird der CO2-Preis stark steigen und damit die Kosten besonders von Kohlestrom in die Höhe getrieben.
Die Studie des arrhenius Instituts kommt zu dem Schluss, dass es zwar eine theoretische Möglichkeit zum wirtschaftlichen Betrieb des geplanten Kohlekraftwerks gäbe, wenn auch mit niedrigem Gewinn. Jedoch würde diese Möglichkeit nur bei äußerst optimistischen Entwicklungen des Marktes eintreten. Die wahrscheinlicheren Verluste können für einen kommunalen Investor sehr hoch ausfallen. Daher rät das Institut auch aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen vor dem Hintergrund der deutschen und europäischen Klimaschutzpolitik vom Bau des Kohlekraftwerks ab.
Die Studie wurde von den „Wirtschaftswissenschaftler/innen gegen das Kohlekraftwerk Mainz“ in Auftrag gegeben, einem Zusammenschluss von Ökonomen aus Wissenschaft und Praxis aus der Region, auf den auch der Offene Brief der Wirtschaftswissenschaftler vom März 2008 zurückgeht. Prof. Dr. Margareta Kulessa, eine Initiatorin des Offenen Briefes, kommentiert: „Die Studie des arrhenius Instituts berücksichtigt sehr viel stärker volkswirtschaftliche Zusammenhänge als es bei unseren betriebswirtschaftlichen Berechnungen möglich war. Die Ergebnisse zeigen nun, dass das ökonomische Risiko des Kraftwerks noch größer ist als bisher von uns befürchtet.“
Ludwig Josef Albinus, Bank-Controller und Hauptinitiator, wundert sich: „Die Stadt Mainz erlebt gerade, welche Lasten sich aus Fehlspekulationen eines stadtnahen Unternehmens, nämlich der Wohnbau, ergeben. Da sollte man sich doch nicht sehenden Auges ein zweites Mal die Finger verbrennen. Selbst ein Großkonzern wie die RWE hat erst gestern in Köln betont, dass neue Kohlekraftwerke schlichtweg zu teuer seien“.
Das Hamburger arrhenius Institut für Energie- und Klimapolitik ist ein unabhängiger privater Think Tank, der Unternehmen und öffentliche Einrichtungen in Fragen der Energie- und Klimapolitik berät. Das Institut hat sich in letzter Zeit in mehreren Studien intensiv mit dem liberalisierten Strommarkt und der künftigen Rolle konventioneller Kraftwerke darin befasst.
Die Studie finden Sie hier zum Download. .
Bürgerwille statt Kohle-Klüngel Heftige Kritik an Mainzer SPD & FDP und der Deutschen Bank Mainz, 23.5.2009. 3.000 – 4.000 Menschen (gemeinsame Schätzung von KoMa und der Polizei) demonstrierten heute bei der bisher größten Mainzer Stopp-Kohle-Demo gegen das geplante Mainzer Kohlekraftwerk. Nur zwei Wochen vor der Kommunalwahl in Mainz forderten die Demonstranten unter dem Motto „Bürgerwille statt Kohle-Klüngel“ die Mainzer SPD & FDP auf, endlich aufzuhören, gegen den offensichtlichen Willen der Bevölkerung ihr Kohlekraftwerk durchzudrücken. Auch die Deutsche Bank stand mit ihrem Engagement zur Finanzierung des Kohlekraftwerkes in Zentrum der Kritik.
Lesen Sie hier die Pressemitteilung im vollen Wortlaut
Bilder von der STOP KOHLE DEMO (weitere folgen in den nächsten Tagen)
Video bei youtube (9:24 min)
KURZ UND BÜNDIG - 3 Themen auf den Punkt gebracht Dr. Hermann Scheer (MdB, Träger des Alternativen Nobelpreises) referierte am 6.April auf Einladung des Bündnisses in Mainz im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Strategien für eine moderne Energieerzeugung (youtube 10:28min) Jörg Jordan (Hess. Staatsminister a.D.) legt eindrucksvoll dar warum das Mainzer Kohlekraftwerk ein besonders schädliches Projekt ist. Warum Mainz kein Kohlekraftwerk braucht (youtube 3:32min) Die Beeinträchtigung des Ortsbildes durch das geplante Kohlekraftwerk hat den Verantwortlichen ein Gutachten eingebracht, das einer schallenden Ohrfeige gleicht. Dieses Thema wird noch die Gerichte beschäftigen.
Wurst ist ihm der Bürgerwillen
Sinnlos er die Stadt verschandelt
Unser Flugblatt zur Aktion finden Sie hier Lesen Sie hier die Pressemitteilung |
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