Kohlekraftwerk Mainz         Theaterdach in Mainz  
                     
             
 
   
Geothermie

 
Bei der Geothermie-Technologie wird die Wärme tiefer Erdschichten verwendet, um organische Flüssigkeiten mit niedrigem Siedepunkt zu verdampfen und den Dampf - ähnlich wie in konventionellen Kraftwerken - auf eine Turbine zur Stromerzeugung zu leiten. Damit sind Geothermiekraftwerke Grundlastkraftwerke: sie arbeiten bei Tag und bei Nacht und liefern ihren umweltfreundlichen Strom. Sie sind deshalb sehr gut als Ergänzung zu Solar- und Windenergie geeignet. 

Während in einigen Ländern diese Technologie aufgrund leicht zu erschließender Wärmeschichten (heiße Schichten dicht unter der Oberfläche) schon recht verbreitet ist, ist die Nutzung in Deutschland eine größere Herausforderung. Trotzdem laufen zwischenzeitlich die ersten größeren Pilot-Projekte, so auch im südlichen Rheinland-Pfalz. Der dortige Rheingraben gilt als besonders gut geeigneter Standort. Die Bundesregierung hat 2004 eine Studie zum Thema Geothermie veröffentlicht, die die besondere Bedeutung und Zukunftsfähigkeit betont.
 
Entsprechend ist es natürlich denkbar, in Mainz im Bereich der Geothermie tätig zu werden. Der Rheingraben weist eine mehr als 100 Meter dicke Muschelkalkschicht auf, die das salzige Wasser für die Speisung von Geothermiekraftwerken enthält.
 
Die Gemeinde Unterhaching hat im Winter 2007/2008 bereits sehr gute Erfahrungen mit der Wärmeversorgung durch ihr Geothermiewerk gemacht. Aber auch Strom wird mittels Geothermiewerken erzeugt. Ein Kraftwerk ist etwa so groß wie eine kleine Sporthalle und kann eine Kleinstadt mit Strom versorgen. Aber wen wundert das, schließlich ist unser Erdkern bis zu 6.000 ° C heiß.
Ende 2003 wurde in Neustadt-Glewe das erste Geothermiekraftwerk zur Stromerzeugung in Betrieb genommen. Ende 2007 sind die Geothermiekraftwerke in Landau und das geothermische Heizkraftwerk in Unterhaching dazu gekommen. Insgesamt gibt es in Deutschland 30 Anlagen zur Wärmeproduktion. Seit 2008 wird außerdem in Bruchsal Strom mittels Geothermiekraftwerk erzeugt.
 
In Landau in Rheinland-Pfalz steigt die Temperatur pro Kilometer, den man in die Tiefe geht, um etwa 47 ° C. Etwa 160 ° C hat das Thermalwasser der Förderbohrung. Ein kleiner Teil der Energie wird für die Wärme genutzt, der größte Teil für die Stromproduktion. Dieser erzeugte Strom beläuft sich auf etwa drei Megawatt und kann so den Jahresbedarf von 6.000 Haushalten decken. Jährlich können mit den Anlage 6.000 Tonne CO2 eingespart werden.

 Quelle Grafik: www.green-energy.de/index.php?id=weltweite-nutzung 

In der folgenden Tabelle zeigt sich auch, wie Strom, der via Geothermie erzeugt wurde, vergütet wird: Dabei zeigt sich, dass sich schon kleine Anlagen lohnen!

Aktuelle Vergütung Strommenge Preis je Kilowattstunde
bis zu einer Leistung von 5 MW mindestens 15 Cent
bis zu einer Leistung von 10 MW mindestend 14 Cent
bis zu einer Leistung von 20 MW mindestens 8,95 Cent
bei einer Leistung von über 20 MW mindestens 7,16 Cent

Quelle: www.unendlich-viel-energie.de/uploads/media/Geothermie_BMU_2004.pdf
 

Weitere Informationen:

www.renewables-made-in-germany.com/de/geothermie/
Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Seite mit Informationen über deutsche Unternehmen und Produkte der Erneuerbaren Energien 

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